⚠️ Wichtiger Hinweis
Umstellung bei VICRYL® seit 2026
Seit 2026 wurde das klassische
VICRYL® Sortiment weitgehend auf
VICRYL® Plus (mit antibakterieller Beschichtung) umgestellt.
Es sind nur noch
ausgewählte Nadel-Faden-Kombinationen mit konventionellen
VICRYL® verfügbar.
Sollten Sie Ihre gewünschte Kombination nicht finden, schauen Sie auch bei
VICRYL® Plus mit schneidender Nadel oder
VICRYL® Plus nach.
VICRYL mit schneidender Nadel: resorbierbares Nahtmaterial für festes Gewebe
VICRYL von Ethicon ist ein etabliertes Nahtmaterial für Chirurgen, die einen resorbierbaren Faden mit hoher Knotensicherheit und vorhersehbarem Abbauverhalten suchen.
Der geflochtene Faden besteht aus dem synthetischen Copolymer Polyglactin 910 und ist mit Polyglactin 370 und Calciumstearat beschichtet. In der Ausführung mit schneidender Nadel eignet sich VICRYL für Gewebe, das beim Durchstechen deutlichen Widerstand leistet, etwa Haut, Schleimhaut oder derbes Bindegewebe.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Material |
Polyglactin 910 |
| Fadenaufbau |
geflochten, beschichtet |
| Abbau |
Hydrolyse |
| Resorption |
nach ca. 56–70 Tagen |
| Nadel |
schneidend |
| Farbe |
violett oder ungefärbt |
| Wirkstoffzusatz |
keiner |
Handling und Knotenführung
Die Multifilament-Struktur macht den Faden geschmeidig und gut führbar. Die Beschichtung glättet die Oberfläche: VICRYL gleitet dadurch mit geringem Widerstand durchs Gewebe, und Knoten lassen sich kontrolliert herunterschieben und sicher festziehen.
Abgebaut wird das Material durch Hydrolyse, also ohne enzymatische Prozesse. Die Gewebereaktion fällt dabei in der Regel gering aus.
Warum eine schneidende Nadel?
Schneidende Nadeln haben einen dreieckigen Querschnitt mit scharfen Kanten. So durchdringen sie zähes und dichtes Gewebe mit wenig Kraftaufwand. Der Großteil der schneidendenden Nadelvarianten ist konventionell schneidend. Die Schneidekante liegt an der Innenkrümmung, der Stichkanal zeigt zur Wundkante.
Alternativ gibt es für spezielle Nadel-Faden-Kombinationen eine umgekehrt schneidendende Nadel. Die Schneidekante liegt an der Außenkrümmung, der Stichkanal zeigt von der Wundkante weg. Dadurch reißt der Faden seltener aus.
Für weiches oder empfindliches Gewebe wie Darm oder Gefäße ist meist eine Rundkörpernadel die bessere Wahl. Form, Größe und Krümmung der Nadel finden Sie in den Angaben der jeweiligen Variante.
Produktmerkmale
- Synthetischer, resorbierbarer Faden aus Polyglactin 910
- Geflochtene, beschichtete Struktur für sanfte Gewebepassage und zuverlässige Knoten
- Schneidende Nadel für Haut, Schleimhaut und festes Bindegewebe
- Hydrolytischer Abbau mit gut kalkulierbarem Verlauf
- Wundunterstützung über die ersten Wochen der Heilung
- Ohne antibakteriellen Wirkstoffzusatz
- Verfügbar in verschiedenen USP-Stärken und Fadenlängen
Zugfestigkeit und Resorption im Zeitverlauf
| Zeitraum |
Verbleibende Reißkraft |
| Tag 14 |
ca. 75 % |
| Tag 21 |
ca. 50 % bei USP 6-0 und stärker
ca. 40 % bei USP 7-0 und feiner |
| Tag 28 |
ca. 25 % bei USP 6-0 und stärker |
| Tag 56–70 |
Resorption im Wesentlichen abgeschlossen |
VICRYL stützt das Gewebe also über einen mittleren Zeitraum. Muss eine Naht länger unter Spannung halten, ist ein langsamer resorbierbarer Faden wie PDS II oft sinnvoller.
Wo VICRYL zum Einsatz kommt
VICRYL ist für die allgemeine Adaptation von Weichgewebe und für Ligaturen vorgesehen. Häufige Anwendungsfelder sind:
- Allgemein- und Viszeralchirurgie
- Gynäkologie und Geburtshilfe
- Urologie
- Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Zahnmedizin
- Subkutan- und Intrakutannähte
- Weichteilverschluss in Orthopädie und Unfallchirurgie
- Ligaturen
Welcher Faden im Einzelfall passt, hängt von Gewebeart, Spannung, benötigter Haltedauer, Nadeltyp und der ärztlichen Einschätzung ab.
VICRYL im Vergleich zu VICRYL Plus
Beide Nahtmaterialien teilen dieselbe Basis: Polyglactin 910, geflochtene Struktur, gleiches Resorptionsprofil. Der Unterschied liegt in der Beschichtung.
|
VICRYL |
VICRYL Plus |
| Material |
Polyglactin 910 |
Polyglactin 910 |
| Resorption |
ca. 56–70 Tage |
ca. 56–70 Tage |
| Antibakterielle Beschichtung |
nein |
ja, mit Triclosan |
| Typische Wahl, wenn … |
kein Wirkstoffzusatz gewünscht oder speziell bei Indikation im Augenbereich |
zusätzlicher Schutz vor bakterieller Besiedlung des Fadens gewünscht ist |
Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisung des Herstellers. Die Auswahl des Nahtmaterials liegt in der Verantwortung des Anwenders.