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Resorbierbares Nahtmaterial: Alle Infos im Überblick

Die meisten Wundverschlüsse nach Verletzungen oder Operationen werden heutzutage immer noch genäht. Die Naht hält die Wundränder dauerhaft zusammen, sodass eine schnelle und saubere Heilung möglich wird. Bei klassischem Nahtmaterial werden die Fäden später entfernt, zurück bleibt eine mehr oder weniger auffällige Narbe. Doch was passiert an Körperstellen, wo der Wundfaden nicht ohne Weiteres gezogen werden kann? Resorbierbares Nahtmaterial bietet die Lösung: Es löst sich im Körper vollständig auf. Wann resorbierbares Nahtmaterial eingesetzt werden kann, welche Unterschiede es zwischen verschiedenen Produkten gibt und welche Vor- und Nachteile resorbierbares Nahtmaterial bietet, erklärt Ihnen der nachfolgende Überblick.

Inhaltsverzeichnis

Was ist resorbierbares Nahtmaterial?

Wann wird resorbierbares Nahtmaterial verwendet?

Wann löst sich resorbierbares Nahtmaterial auf?

Resorbierbares Nahtmaterial kaufen

Was ist resorbierbares Nahtmaterial?

Bereits vor mehr als 5.000 Jahren nutzte der Mensch Nahtmaterial, um Wunden zu verschließen. Damals wurden hierfür in erster Linie natürliche Materialien verwendet, die nach der Ausheilung der Verletzung oft im Körper verblieben oder sorgfältig entfernt werden mussten. Das erste resorbierbare Nahtmaterial wurde erst einige Jahrhunderte später verwendet: Bogensehnen, die häufig aus Tiersehnen oder Darm hergestellt wurden. Der Vorteil dieses Nahtmaterials: Es löste sich bereits nach wenigen Tagen auf. Dadurch konnte das aufwändige Fädenziehen vermieden werden und das Risiko für Wundinfektionen sank deutlich.

Resorbierbares Nahtmaterial ist im Grunde gleichbedeutend mit selbstauflösendem Nahtmaterial: Durch die im Körper des Menschen aktiven Enzyme, zersetzt sich das Nahtmaterial, bis es vollständig abgebaut ist. Anders als vor vielen Jahrhunderten besteht resorbierbares Nahtmaterial heute normalerweise nicht mehr aus tierischen bzw. organischen Stoffen. Stattdessen wird in aller Regel synthetisches Nahtmaterial verwendet. Dieses ist nicht nur robuster und reißfester, sondern kann auch hygienischen Standards viel besser standhalten. Zudem besitzt synthetisches resorbierbares Nahtmaterial ein deutlich geringeres allergieauslösendes Potential.

Die Vorteile von resorbierbarem Nahtmaterial im Überblick:

  • löst sich selbst auf
  • muss nicht entfernt werden
  • ideal für schwer zugängliche Wundverschlüsse
  • optimal für Angstpatienten und in der Veterinärmedizin

resorbierbar / nicht resorbierbares Nahtmaterial

Wann wird resorbierbares Nahtmaterial verwendet?

Da resorbierbares Nahtmaterial den großen Vorteil bietet, dass die Fäden sich allmählich von selbst auflösen und daher nicht entfernt werden müssen, kommen die Produkte überall dort zum Einsatz, wo Wundverschlüsse nach der OP nur noch schwer zugänglich sind. Wunden an inneren Organen sowie am Fettgewebe der Unterhaut, an den Augen und im dentalchirurgischen Bereich werden deshalb (fast) ausnahmslos mit resorbierbarem Nahtmaterial vernäht. Auch bei Patienten, bei denen ein großes Risiko besteht, dass sie zum vereinbarten Termin für das Fädenziehen nicht erscheinen, wird häufig von vornherein resorbierbares Nahtmaterial eingesetzt. Insbesondere bei Nahtmaterial für die Zahnmedizin sowie bei Nahtmaterial für die Veterinärmedizin kommen deshalb typischerweise resorbierbare Fäden zum Einsatz.

Wann löst sich resorbierbares Nahtmaterial auf?

Wenn es um die Zeitspanne geht, in der sich resorbierbares Nahtmaterial auflöst, sind zwei Kennwerte von großer Bedeutung:

  • Halbwertszeit
  • Auflösezeit

Genauso wie nicht resorbierbares Nahtmaterial muss auch ein selbstauflösender Faden in puncto Reißfestigkeit, Elastizität und Co. überzeugen. Je weiter jedoch die Resorption des Fadens fortschreitet, umso weniger reißfest und stabil ist das Nahtmaterial. Deshalb sind auf allen Produkten aus diesem Bereich stets die Halbwertszeit und die Auflösezeit vermerkt. Die Halbwertszeit gibt an, nach welcher Zeitspanne der Faden nur noch 50 % seiner ursprünglichen Reißkraft besitzt. Die Auflösezeit markiert dagegen den Zeitpunkt, zu dem sich der Faden im Körper des Patienten vollständig aufgelöst hat.

Einfaches Beispiel: Resorbierbares Nahtmaterial, das mit einer Halbwertszeit von 5 bis 7 Tagen sowie einer Auflösezeit von 30 bis 40 Tagen ausgezeichnet wird, besitzt nach 5 bis 7 Tagen nur noch die Hälfte seiner ursprünglichen Reißkraft und hat sich nach spätestens 40 Tagen komplett aufgelöst. Das ist unter anderem bei Wundverschlüssen wichtig, die großen Belastungen standhalten müssen. Wird hierbei ein resorbierbares Nahtmaterial verwendet, muss sichergestellt sein, dass die Wunde schon nach der angegebenen Halbwertszeit so belastbar ist, dass die Naht trotz der geringeren Reißkraft des Fadens nicht reißt.

Wichtig zu wissen: Sowohl die Halbwertszeit als auch die Auflösezeit von resorbierbarem Nahtmaterial können stets nur ungefähre Angaben sein, da viele Faktoren beeinflussen, wie schnell oder langsam sich ein Faden auflöst. Zu diesen Faktoren gehören beispielsweise die gewählte Fadenstärke, die Lokalisation der Naht sowie der hygienische Zustand der Wunde. So kann etwa eine Infektion die Enzymtätigkeit im Körper und damit die Auflösegeschwindigkeit des Fadens beeinflussen.

Resorbierbares Nahtmaterial kaufen

Wer resorbierbares Nahtmaterial kaufen möchte, sollte dabei einige Aspekte berücksichtigen: Wie bei anderem Nahtmaterial kommen auch für die Herstellung von selbstauflösenden Fäden verschiedene Ausgangsstoffe zum Einsatz. So kann resorbierbares Nahtmaterial unter anderem aus Glykonat, Poly-4-Hydroxybutyrat oder aus Poly-p-dioxanon hergestellt werden. Zudem gibt es selbstauflösendes Nahtmaterial in monofiler oder polyfiler Ausführung. Weitere Details, die beim Kauf relevant werden, sind die Fadenstärke, die Halbwertszeit sowie die Auflösezeit.